Die Jagd beginnt

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Puh, mir steckt das immer noch in den Knochen. Gestern habe ich ja geschrieben, dass ich glaube, dass sich etwas zusammenbraut. Heute bin ich mir sicher.

Heute hatte ich nix zu tun. Habe mich an den Rand des Daches gesetzt und mal die Straße beobachtet. Da war was los gegenüber. Leute rein, Leute raus. Der Hausgott hatte auch immer seine Finger drin und die Hexe aus dem ersten Stock des Anbaus mischte auch immer mit. Komisch. Und das alles in dem Haus, in dem Samson lebt. Wenn das mal ein Zufall ist, dachte ich mir.

Dann rief Nelke, meine Frau, und meinte, wenn ich nur rumgammle und in fremde Häuser glotze, dann könnte ich auch einkaufen gehen. Also hat sie mir einen Zettel und ein paar Scheinchen in die Hand gedrückt, hat Bamberg mit einem freundlichen Tritt geweckt (ja, manchmal, wenn sie möchte, dass etwas vorwärts geht, dann kann sie schonmal rabiater sein. Aber immer ganz liebevoll, denn nie könnte Sie einem Wesen, ob Tier, ob Pflanze, wirklich etwas antun) und ist dann wieder in ihrem Dachgarten verschwunden.

Ich gehe gerne zum Wochenmarkt. Wirklich! Ich habe kein Problem damit, als männlicher Kobold einkaufen zu gehen, im Gegenteil! Man triff seine Freunde, die im Schatten des Doms die fallenden Winde nutzen, um über die Köpfe der Menschen zu gleiten, und ihnen Wein oder Süßigkeiten aus den Taschen zu mopsen.

Bei den Jungs vom Markt am Dom gibts also immer was zu feiern. Meine Frau rümpft zwar immer die Nase, wenn ich ihr von den Aetherkobolden vom Dom erzähle, denn manchmal benehmen sie sich schon flegelhaft, aber harmlos. Und sie haben immer einen guten Schluck zu trinken da. Also freue ich mich immer, wenn Nelke mich dorthin schickt.

Irgendjemand hat die Gruppe mal „Heiliger Geist“ genannt, weil sie wie der heilige Geist auf die Leute herabfahren. Seitdem nennen sie sich selbst so. Sie sind ein bisschen wie eine Rockerbande, sie haben sich Lederwesten angefertigt, auf deren Rücken sie den Schriftzug aufgenäht haben und ein Bild. Nelke sagt, es sei kindisch, aber ich finde einen geflügelten Weinkelch für eine Bande, die sich „Heiliger Geist“ nennt, schon recht passend.

Die Jungs freuten sich auf jeden Fall, mich zu sehen. Es waren nicht alle der zwölf da, sondern nur der harte Kern. Peter, Kobus und Paulchen, der erst später in der Gruppe aufgenommen wurde.

„Deus, alte Luftnummer“, sagte Peter und hielt mir einen goldenen Kelch mit Wein hin. Ich nahm an und tat einen tiefen Zug. Erst danach begrüßte ich die Kobolde der Reihe nach. Es war schön, sie zu treffen, schließlich kennen wir uns noch von früher.

„Was gibt’s neues“, fragte ich und wünsche jetzt, ich hätte es nicht getan. Auch wenn es nichts genutzt hätte.

Paulchen rülpste. Dann lachte er gackernd. „Das ist so cool! Hast du noch nix davon gehört?“, fragte er.

„Wovon?“

„So cool, sage ich dir. Devil Malone kommt zurück. Cool, oder?“

Das Blut gefror mir in den Adern, dass kann ich euch sagen. Alleine der Name „Devil Malone“ reichte beim normalen STADTbewohner aus, um einen Schock mittlerer bis schwerer Güte hervorzurufen. Normalerweise und vernünftigerweise hätte ich jetzt schreiend davon laufen und mir die Ohren zuhalten sollen. Doch ich war ja Mitglied der STADTwache und daher diszipliniert. Also beherrschte ich mich und tat ganz cool, indem ich noch einen Schluck nahm. Aber ich wollte nur das Zittern meiner Hände verbergen.

„pfffffchrrrr“, machte Kobus, als er versuchte, den gesamten Inhalt einer Flasche Whiskey auf einmal zu schlucken.

„Ja, Alter“, Peter trommelte vergnügt auf das Dach des Doms. „Der alte Devil kommt zurück. Sch´mein, noch ist es nicht soweit. Aber der STADTrat …hat ein Angebot von ihm bekommen. Sch´mein in der Verfassung, wie der STADTrat im Moment ist“, sagte Peter, “ … kann es wohl nicht mehr so lange dauern, oder?“

„gnnngllgllgll“, machte Kobus, als er versuchte, mit der Zunge die Reste aus der Flasche zu lecken, während seine Augen langsam hervorquollen. Seine Zunge war lang und violett, doch, obwohl er sich Mühe gab, erreichte er den Flaschenboden nicht.

„Das wär so cool!“, keuchte Paulchen, der sich jetzt eine dicke Zigarre in die Schnute geschoben hatte. „Ich mein, ist das nicht cool? Devil Melone! Das dürfte ein Spaß werden.“

Ob das ein Spaß wird?, frage ich Euch. Grauenvoll. Ich weiß ja, dass der viele Alkohol bei den Jungs ziemlichen Schaden anrichtet. Auch wenn sie sich auf Devil Malone freuen, sie wissen gar nicht wovon sie reden! Ich trank noch ein paar Schlucke und versuchte, mehr aus ihnen heraus zu bekommen, aber das war es schon, was sie wussten. Um ehrlich zu sein, lieber Leser, das reichte mir auch schon. Schnell verabschiedete ich mich, besorgte die Einkäufe und flog nach Hause. Natürlich habe ich Nelke nichts davon erzählt, sie brauch sich ja keine Sorgen zu machen. (ups, ich hoffe, sie liest diesen Blog nicht.)

Also ging ich danach wieder aufs Dach, um die Leute zu beobachten. EIn bisschen entspannen und das Gehörte durch den Kopf jagen, bis es Sinn ergibt. Aber wie ich da so chillte, kam direkt der nächste Hammer. Wisst ihr, was ich da gesehen habe? Der Hausgott, der von gegenüber, hat Samson aus dem Haus geschmissen. Den jungen Samson! Der, wo keiner so genau weiß, was mit dem los ist, der, der immer so harmlos wirkt. Gibt’s das? Einfach auf die Straße! Verdammt, bin ich gespannt , wie das weitergeht.

Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Wo das nur enden mag

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Die Götter sind in der STADT

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Ist das nicht wirklich interessant? Ich meine, was geht da ab in der STADT? Ich glaube wirklich, dass sich da was zusammenbraut. findet ihr nicht? Heute war ich nochmals mit Bamberg unterwegs, meinem Flugmolch. Wie ihr wisst, gehöre ich ja, seitdem Morton sich mit Ava angelegt hat, nicht mehr zur STADTwache. Aber da die Jungs dort überlastet sind, kriege ich hin und wieder einen Auftrag zugeschanzt. So freiberuflich quasi. (Ja, natürlich versteuere ich das. Ist doch logo, oder? Meint ihr, ich würde das sonst so offen hier schreiben? Oder glaubt ihr, ich will in den Folterkellern des STADTfinanzamtes landen? Wegen der paar Piepen, die die STADTwache springen lässt? Rangoon hat schließlich auch keine Schatzkammer, die er nach belieben plündern kann. Es gibt ja leider keine Drachen mehr. Sorry, ich schweife ab.)

Also, ich war unterwegs, Bamberg zog seine ruhigen Bahnen über diesem Teil der STADT und meine Saatkrähen hatte ich ausgeschickt, um Augen, Ohren und Schnabel offen zu halten. Heute war ja ein Tag für die Götter. Offensichtlich. Denn ihr glaubt nicht, was ich beobachtet habe! Ich meine, klar, als Aetherkobold kann ich gar nicht anders, als leise, unhörbar für Mensch und Wesen, auf meinem Flugmolch durch die Lüfte zu gleiten. Da bekommt man einiges mit. Niemand nimmt mich wahr. Und selbst, wenn jemand hochschaut, sieht er ja nur den Bauch von Bamberg und der wiederum passt sich ja der Farbe des Himmels an. Flugmolche sind ferne Verwandte des Chamäleons. Glaube ich, jedenfalls. Naja, auf jeden Fall gleite ich so über den Himmel, als ich Walter bemerke, den Viertelskönig. Ich bin immer froh, ihn zu sehen, denn das bedeutet Glück! Die Menschen haben diesen Brauch übrigens übernommen, aber da sie keinen Viertelskönig haben (bzw. ihn nicht sehen können oder wollen), glauben sie, dass der Schornsteinfeger ihnen Glück bringt, was ja auch fast so ähnlich ist. Walter schlenderte also ziemlich bestimmt durch den Park, so wie es seine Art ist und steuerte auf Umwegen auf eine Parkbank zu. Dort setzte er sich fast wie zufällig auf eine Bank auf der bereits ein alter Mann saß. Ich bat Bamberg mal etwas tiefer zu fliegen, damit ich mir das ansehen konnte. Und ihr glaubt es nicht, der alte Mann, war kein geringerer als der Gott der STADT!

Na und?, werdet ihr jetzt sagen. Der treibt sich doch immer irgendwo rum, hat seine Finger immer im Spiel und hat ein offenes Auge für alles, was so vor sich geht. Stimmt. Trotzdem habe ich noch nie einen Viertelskönig und den Gott der STADT zusammen im Park gesehen. Würde mich nicht wundern, wenn auch noch die Wassergöttin irgendwo in einer Pfütze oder einem Brunnen herumgehangen hat. Soviel Macht auf einmal sieht man selten, vor allem, weil sich sonst jeder um seine eigenen Sachen kümmert. Der Gott der STADT kümmert sich ja eher um das große Ganze und Walter nimmt seine Verantwortung für die Menschen und Wesen in seinem Viertel sehr ernst.

Ich habe Bamberg dann sofort die Sporen gegeben und bin wieder in die Lüfte hoch. Klar, ich war so neugierig wie eine junge Katze, was die beiden da zu besprechen hatten. Da braut sich doch was zusammen, oder? Aber mal ehrlich, wenn die beiden mich erwischt hätten, wie ich lausche … puh, das will ich mir lieber gar nicht ausmalen. Nicht, dass sie mich an den Ohren aufgegangen hätten, aber es ist doch immer besser, bei einem Gott nicht auf der schwarzen Liste zu stehen, oder?

Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Würde mich freuen, was von Euch zu hören. Wollt ihr was wissen von mir? Morgen schreibe ich wieder. Versprochen. Bis dann! Euer Deus.

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Hexen

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Gute Güte, Ihr glaubt ja nicht, was hier los ist. Das reinste Chaos! Aber was erzähl ich Euch das. Ihr habt es ja wahrscheinlich schon selbst mitbekommen. Oder etwa nicht? Mein Gott, ich vergesse immer, wie das mit dem Internet funktioniert und das nicht jeder Leser meines Blogs in der STADT wohnt. Wo wohnt ihr eigentlich? Habt ihr da auch Hexen? Na ja, für die, die mal wieder keine Ahnung haben, erkläre ich mal, was sich hier abspielt.

Selbst die schlimmsten Stubenhocker unter Euch haben doch bestimmt gemerkt, dass sich da draußen was geändert hat, oder? Ich meine, die Geschichte mit Ava und Morton? Klar. Jeder weiß davon.

Aber jetzt passt auf. Was passiert, wenn das Oberhaupt der Hexen einfach verschwindet? Hm? Eine ganz Horde mächtiger, wilder Frauen, von denen jede erstmal an sich selbst und danach nur an den eigenen Vorteil denkt? Dutzende selbstsüchtige, mit Hexenkraft ausgestattete Ladys, denen das Regulativ entfernt wurde? Ich meine, es hatte ja durchaus einen Sinn, dass es ein Oberhaupt der Hexen gab, nicht wahr? Jemand der auf die Meute aufpasst, ihnen einen Riegel vorschiebt und so weiter. Und dieser Riegel ist jetzt verschwunden. Jahrelange lustvolle Unterdrückung haben ein Ende. Die Hexen sind frei.

Und das merkt man! Die Straßen der STADT sind nicht mehr sicher. Gerade gestern erst … es gibt Gerüchte, dass ein paar „ältere Damen“ letzte Nacht in eine Disko eingedrungen sind. Haben die üblichen Schutzzauber gemeinsam ausgehebelt und die Türsteher einfach zur Seite geflucht. Danach haben sie die Tür von innen versiegelt, so dass keiner mehr rein konnte – oder raus! Dann hatten Sie ihren Spaß und haben die „Puppen tanzen lassen“. Und zwar im durchaus wörtlichen Sinne! Sie müssen wohl gemacht haben, was ihnen gerade so einfiel. Sie haben Blitze geschleudert, Flaschen zu Dutzenden gesprengt und die hübschesten Mädchen mit gezielten Flüchen gezwungen so lange zu tanzen, bis ihnen die Füße blutig waren. (Ich mein, klar, als alte Fuchtel ist man bestimmt neidisch auf die jungen Dinger, die in ihren engen Klamotten und kurzen Röcken … ) Dazu haben sie sich die ansehnlichsten Jungs geschnappt und mit ihnen eine wilde Party gefeiert. So eine Hexe weiß schon, wie man einen Mann betört, da macht es gar nichts aus, das man mal locker achtzig Jahre älter ist als der Junge. Aber wenn der Zauber dann mal nachlässt … brrr, ich will nicht in der Haut dieser armen Opfer stecken.

Als die STADTwache eintraf – natürlich viel zu spät, die wollten ja keinen Ärger oder sich gar einmischen, denn sie wussten, dass sie gegen die Hexen kaum etwas ausrichten konnten – hat sich ihnen ein Bild des Schreckens dargeboten. Ich erspare Euch Details, das könnt ihr Euch ja vorstellen, ihr schaut ja auch Nachrichten und wisst, wie so ein Raum aussieht, in dem ein Terroranschlag  stattgefunden hat.

Kurzum, die Hexen sind außer Rand und Band. Und es sieht im Moment nicht so aus, als ob sich jemand findet, der sie wieder unter seine Knute zwingt. Baddha, ja, die könnte das, aber die ist verschwunden. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten. Baddhas Beispiel in der Geschichte mit Ava hat ein paar junge Hexen animiert, sich abzuspalten und eine eigene Gruppe zu bilden. DIe „Jungen Hexen“ oder so nennen sie sich. Oder die „Neuen Hexen“? Ich weiß es gar nicht so genau, da muss ich mal meine Frau fragen, die merkt sich sowas ja besser.

Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Würde mich freuen, was von Euch zu hören. Wollt ihr was wissen von mir? Morgen schreibe ich wieder. Versprochen. Bis dann! Euer Deus.

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Ghoule

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt. Also, ich habe ja nichts gegen Ghoule. Nelke, meine Frau ist da zum Glück auch nicht so empfindlich. Aber es gibt ja Leute, die kreischen und schreien, wenn sie einen sehen. Dabei sind sie so nützlich wie Spinnen! Aber da sollen die Menschen ja auch schon mal komisch reagieren, wenn ihnen so ein Achtbeiner im Schlaf über das Gesicht läuft. Dabei glaube ich, dass sie noch lauter schreien würden, wenn es keine Spinnen gäbe, denn dann wäre die Fliegenplage wirklich fürchterlich. Das gleiche gilt ja eigentlich auch für Ghoule. Nützliche Wesen. Man darf sie nur nicht reizen oder ihren König bedrohen, dann werden sie ungemütlich. Aber seien wir doch mal ehrlich, das würde ja jeder von uns, oder?

Warum ich das erzähle? Nelke hat heute Morgen mit unserem Hausgott gesprochen, und der hat es von den Nachbarn, der es angeblich direkt von jemandem gehört hat, der dabei war. Es heißt, die Ghoule sind unruhig geworden. Etwas bewegt sich dort unter der Erde. Klar, jetzt sagt der eine dies, der andere das, aber eigentlich weiß keiner was genaues. Auf jeden Fall soll es Übergriffe gegeben haben, auf dem Friedhof. Nelke konnte das nur zu gut glauben. Aber nur, weil Ghoule ihrer Natur nachgehen, muss man sie doch nicht gleich jagen, oder?

Ich weiß nicht, ob sich der ein oder andere der Leser noch daran erinnert, aber was war das damals für ein Gemurmel, als der Dunkelgrüne König sich seine Frau ausgesucht hat. Viele fanden das ja eklig, aber ich sage, das ist nunmal der Lauf der Natur. Da sind ja auch viele auf die Straße gegangen. Und als Konsequenz hat man dann offiziell den Kontakt zum Königreich der Ghoule abgebrochen. Kein geschickter Schachzug, sehr offensichtlich. Aber die Leute waren wieder ruhig. Jetzt kommen die Ghoule wohl hin und wieder an die Oberfläche. Nelke, meine Frau, kümmert sich ja nicht nur im die brachliegenden Gelände, sondern in ihrer Freizeit auch um den Friedhof. Ich weiß nicht, ob Euch die Vielfalt und die Pflanzenpracht auf dem alten STADTfriedhof schon mal aufgefallen ist. Uralte Bäume spenden Frieden und Schatten, bunte Blumen blühen in einer Pracht, wie man sie in keinem Park und kaum einem Garten der STADT findet. Und das ist alles das Werk meiner Frau und der alten Lilu, die diese Aufgabe vorher innehatte und Nelke alles beigebracht hat.

Ach, ich schweife ab. Wo war ich? Friedhof. Ghoule. Genau, also die STADTwache ist ja inzwischen von Menschen besetzt. Die haben natürlich keine Ahnung von den inneren Vorgängen der Fauna der STADT. Und so reagieren die natürlich recht impulsiv, wenn sie die Ghoule auf dem Friedhof erwischen, die Lippen fest auf die Reste eines Verstorbenen gepresst. Naja, ich kann es den Menschen nicht übelnehmen, sie wissen es ja nicht besser. Aber den Mob sollten sie wenigstens von den Ghoulen fernhalten, um die Ghoule zu schützen. Aber die neuen Gerüchte heizen die Stimmung gegen die Ghoule nur noch mehr an. Ich bin gespannt, wie es da weitergeht, und warum die Ghoule so unruhig sind. Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Würde mich freuen, was von Euch zu hören. Wollt ihr was wissen von mir? Morgen schreibe ich wieder. Versprochen. Bis dann! Euer Deus.

 

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Katzen!

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Katzen! Meine Güte. Eigentlich habe ich ja nichts gegen andere Wesen. Aber heute …

Ich war mal wieder mit meiner Frau Nelke unterwegs, um Blumensamen auf unbebauten Grundstücken auszubringen. Guerilla Gardening nennen die Menschen sowas ja. „So ein Quatsch“, sagt Nelke, das sei einfach der Lauf der Dinge. Um die Aussaat von Blumen und Kräutern bräuchten die Menschen sich nun wirklich nicht zu kümmern, das geht von ganz alleine, beziehungsweise: dafür sei sie ja schließlich da. Die Menschen würden wieder nur Geld für Samen ausgeben, von denen sie gar nicht wüssten, was dabei rauskommen würde. Die Menschen sind total bescheuert, sagt Nelke oft, wenn ich sie begleite. Werfen Samenbomben auf fremde Grundstücke und sprühen kurz darauf Pestizide auf ihre Terrasse, weil ein Löwenzahn zwischen den Fugen erscheint.

Naja, auf jeden Fall, wir waren heute unterwegs. Mir stellen sich immer noch die Haare im Nacken auf, wenn ich daran denke. Wir waren zusammen auf dem Spielplatz, direkt neben der alten Fabrik. Nelke hatte letztes Jahr in der alten Backsteinmauer des Gebäudes ein paar Birkensamen ausgebracht und wollte sie kontrollieren.

Bamberg, mein Flugmolch kann uns ja beide tragen, Nelke ist nicht so schwer. Plötzlich gibt’s einen Riesenkrach! Explosionen sind zu hören, etwas bricht durch das Gebüsch und Frauen kreischen! Bevor ich mich versehe sind wir mitten in einem Hexenkampf!

Drei alte Frauen mit Hut und Stützstrümpfen jagen mit einem Affenzahn hinter zwei jungen Mädels her. Sie bewerfen sich gegenseitig mit Flüchen und schimpfen und schreien. Eine junge Frau stolperte genau im richtigen Moment. Der von der alten Schachtel auf sie abgefeuerte Fluch verfehlt sie um Haaresbreite und kracht in ein junges Gebüsch, das Nelke erst vor ein paar Jahren gesät hatte. Ich weiß noch, welche Schwierigkeiten sie mit dem Busch hatte, weil er sich so einsam fühlte. Naja, dieser Busch ging jetzt auf jeden Fall lichterloh in Flammen auf. Ich drehte mich zu Nelke, um sie zu trösten … doch sie war nicht mehr da! Dafür saß vor uns dieser riesige, RIESIGE Kater. Sowas von fett. Grau getigert, gelbe, blutunterlaufene Augen und ein hämisches Grinsen auf den Lippen. Und zwischen seinen Zähnen baumelte Nelke!

Ich kann Euch sagen, da ging mir der Arsch auf Grundeis. Mein Frau! Zwischen den Zähnen dieses Ungetüms. Nelke ist nun wirklich nicht groß und sie wirkt auch zartbesaitet. Um menschliche Vergleiche anzubringen, würde ich sagen, ist sie vielleicht zwei Hände groß. Und jetzt hing sie in dem Maul dieses Katers.

Seitdem die Hexen dieses Führungsproblem haben, geht es mit dieser STADT den Bach runter, dass kann ich euch sagen. Und vor allem die Katzen der Hexen machen, was sie wollen.

Aber, ich glaube, ich erwähnte es bereits, ich war ja mal bei der STADTwache. Da lernt man, mit Krisensituationen umzugehen.

„Hey, du Penner“, rief ich dem Kater zu. „Lass meine Frau sofort los“

„Hrmpfhrpmf?“, fragte der Kater. Ich glaube, er meinte damit: „Sonst passiert was?“

„Sonst zieh ich dir das Fell über die Ohren und mach mir daraus einen Muff mit Pelzbesatz.“ Ob ihrs mir glaubt oder nicht, als ich das sagte, war mir ganz schön mulmig zumute. Schließlich war der Kater kurz davor auf meiner Frau rumzukauen. Aber man darf bei Katzen keine Schwäche zeigen.

Der Kater grinste nur. Dann war er Nelke eiskalt mit einer schnellen Bewegung seines Kopfes in die Höhe und würde sie, sobald sie wieder bei ihm angekommen ist, mit einem Haps vernaschen. Das war der Moment, in dem sich ein eingespieltes Team auszahlt. Auch wenn ich im Moment auf Urlaub bin, meine Krähen sind immer in meiner Nähe. Ich musste noch nicht mal etwas sagen, denn kurz nachdem Nelke zum Sinkflug angesetzt hatte, schoss Judy aus den Blättern herab, schnappte sich Nelke, nur Millimeter vor dem gierigen Maul des Katers. Und bevor der fette Sack auch nur mal schief blinzeln konnte, war die Krähe auch schon wieder mit meiner Frau in den Bäumen verschwunden.

Ich gab Bamberg die Sporen und der Flugmolch erhob sich in die Luft. Der Kater miaute und hieb nach uns, doch ich trat ihm feste auf die weiche Nase.

„Leg dich nicht mit Deus an!“, rief ich ihm zu, bevor ich Judy hinterherflog, um Nelke zu holen.

Inzwischen sind wir wieder zu Hause. Nelke hat sich etwas hingelegt und ich koche ihr gleich was leckeres. Aber vielleicht versteht ihr jetzt, warum ich auf Katzen im Moment nicht so gut zu sprechen bin.

Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Würde mich freuen, was von Euch zu hören. Wollt ihr was wissen von mir? Morgen schreibe ich wieder. Versprochen. Bis dann! Euer Deus.

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Ein Junge in Buchform? Was soll das?

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Ich fass es nicht! Also echt jetzt! Ich mein, das Internet ist ja so schnell! Da passiert immer was!

Ich mein, gibt es das? Da surf ich so durchs Web, weil Nelke, meine Frau, mal wieder in den Parkanlage und den Industriebrachen der STADT unterwegs ist, und was finde ich da in diesem Blog?

„Samson und die STADT des schwarzen Teufels“. Das ist krass, denke ich. Ich habe doch erst vor ein paar Tagen angefangen hier auf diesem Blog von der STADT zu berichten. Uns kennt doch kaum einer. Und Samson habe ich doch erst ein, oder zwei mal erwähnt! Und dann kommt da so ein Autor und schreibt schwuppsdiwupps einen Roman? Das kann doch nicht ganz richtig sein, oder? Da steckt doch mehr dahinter. Ist das eine Verschwörung?

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ja glatt sagen, ich bin auch nur eine Figur in einem Film oder einem Roman, so abgedreht wie das gerade ist. Aber so schnell habe ich mich ja nicht geschlagen gegeben. Ich habe recherchiert und gesehen, dass dieser Andreas Dresen, das ist der Autor, noch ein Buch geschrieben hat. „Ava und die STADT des schwarzen Engels“. Da war ich platt. Ich meine, Ava, die Geschichte hat doch jeder in der STADT mitbekommen! Und jetzt schreibt da ein MENSCH ein Buch drüber!

Aber wisst ihr was? Ich werde einfach weitermachen und beobachten. Ich werde ein besonderes Augenmerk auf Samson legen, den Jungen von Gegenüber. Ich werde weiter berichten in diesem Blog und das mit dem vergleichen, was in dem Buch steht. Was? Na klar habe ich mir das Buch besorgt. Ich bin sofort mit Bamberg in den Buchladen zwei Straßen weiter und habe es mir dort geholt. Luise ,die Buchhändlerin war vielleicht erstaunt, als ich ihr davon berichtet hab. „So habe ich das ja noch gar nicht gesehen“, hat sie gemurmelt. Zur Info, die Buchhändlerin ist natürlich kein Mensch. Für die normalen Menschen in der STADT mag sie so aussehen, aber sie ist natürlich eine von uns. Sie hat da diese Besonderheit … naja, wie soll ich es sagen, sie ist ein echter Bücherwurm. Nicht so ein kleiner, sondern ein ausgewachsener. Das Lager, im Hinterhof, sieht furchtbar aus. Dort hat sie sich ihr Nest gebaut. Die Schlafecke, ihr „Höhle“ hat sie mit Klassikern gepolstert, die Futterkrippe in der Küche ist gefüllt mit den Spitzentiteln der alternativen Bestsellerliste (sie ist ein grüner, intellektueller Wurm, die findet man nicht so oft. Gemein hat die Gattung der Bücherwürmer aber, dass sie im Laufe ihres Lebens immer anspruchsvoller werden.), und – das ist wohl ihr geheimes Laster –  mit Western-Groschenromanen. Für zwischendurch, wie sie sagt. Wir haben uns jetzt abgesprochen, Luise hält den Buchmarkt im Auge, sichtet die aktuelle Literatur nach weiteren Zeichen, die darauf hindeuten, dass Ungewöhnliches in der STADT vor sich geht, und ich kümmere mich um die Straßen, halte Augen und Ohren auf.

Aber wen kann der Autor mit bleicher Teufel gemeint haben? Doch nicht etwa … ich wage es gar nicht auszusprechen? Devil Malone? Das wäre furchtbar …

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Familie deReemer

Seid gegrüßt, liebe Leser, was auch immer ihr für ein Wesen sein mögt.

Ich habe es ja im vorletzten Beitrag schon erwähn: Es scheint, als sei der junge deReemer wirklich aufgebrochen in ein neues Abenteuer. Ihr fragt euch sicherlich, und das zu Recht, warum ich da so einen Bohei drum mache. Aber die deReemers sind ja nicht irgendwer. Ich würde mal sagen, erste Sahne Schwertler. Reiche Familie, einflussreich. Vergleichbar vielleicht mit den Macintoshs, die kennt ihr ja bestimmt. Oder nicht?

Naja, um euch mal einen Eindruck zu verschaffen, Heinrich deReemer, Fahrats Vater, war lange Zeit oberster Schatzmeister der Schwertlergilde. Heinrichs Großvater, also Andreas deReemer, ein gelernter Bankier und ausgezeichneter STADTläufer und Fährtenleser, hat seinerzeit angeblich den letzten Drachen erschlagen, das war zu einer Zeit, als die Weißen Engel noch hier waren. Ein guter Teil des Reichtums der Familie ist wohl auf ihn und dieses Abenteuer zurückzuführen.

Wie auch immer, die deReemers können ihren Stammbaum bis in die Zeit von Lord Jobben zurückführen. Geschickte Fusionen mit anderen Familien konzentrierten Geld, Macht und gute Gene. *lol*

Wie auch immer, Fahrat ist der jüngste Spross dieser Familie und der komplette Totalausfall! Er hat zwar die Ausbildung in der Schwertlergilde bestanden (alles andere wäre auch echt peinlich für die Familie gewesen), aber dann ist er einfach ausgestiegen. Keiner weiß so genau warum, aber er hat alles gemieden, was auch nur entfernt nach Abenteuer roch. Er soll sogar eine Ausbildung zum Koch angefangen haben, habe ich gehört, für den Stress dann aber eher zu faul gewesen sein.

Und dieser faule Fahrat ist jetzt in ein Abenteuer verstrickt! Meine Krähen erzählen mir jeden Tag davon, dass die Leute darüber reden. Was war das für eine Aufregung, als er sich Ava angenommen hat. Und jetzt munkelt man von Tarda Tekbat! Sein Vater müsste sehr stolz auf ihn sein, oder? Ist er aber nicht. Denn Tarda Tekbat ist ein Reizwort in der Familie deReemer. :yes: Der alte deReemer, Reugel, Fahrats anderer Großvater, ist verrückt geworden und sucht Luftschlösser im Dschungel von Tarda Tekbat. Zumindest pfeifen das die Schindellecker von den Dächern. Das ist natürlich genauso peinlich für Heinrich. Die Leute glauben, Reugel ist längst dabei drauf gegangen. Aber die deReemers sind harte Knochen, also wer weiß.

Naja, Nelke, meine Frau, meint, ich bin zu neugierig und ich rede zu viel. Dann hör ich hier mal auf. Würde mich freuen, was von Euch zu hören. Wollt ihr was wissen von mir? Morgen schreibe ich wieder. Versprochen. Bis dann! Euer Deus.

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